„Es gibt zu wenig weibliche Personen auf der Bühne“, haben sie gesagt.
- Eileen Liebig

- 5. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Jan.
Das war die Antwort eines Veranstalters, als ich fragte, warum ich die einzige Frau unter acht Speakenden bin. Eine von acht. Nur ich. Seriously?
Diese Aussage begegnet mir nicht zum ersten Mal. Und jedes Mal frage ich mich mehr:In welcher Realität leben wir eigentlich noch?
Denn hier ist meine Realität: Ich war neulich auf der herCAREER Messe – dort waren über 90 % der Speaker*innen Frauen.Ich scrolle durch LinkedIn, Instagram, Podcasts. Ich sehe sie.Ich schaue mir Speaker-Agenturen an – und werde förmlich erschlagen von klugen, erfahrenen, sichtbaren Frauen, die bereit sind, Bühnen zu betreten, Impulse zu geben, Diskussionen zu führen und Perspektiven zu verändern.
Also erklärt mir bitte noch einmal:Warum gibt es angeblich zu wenige Frauen?
Für mich hat diese Aussage keinen Bestand mehr.
Die weibliche Community ist da – und sie ist bereit
Frauen sind nicht „noch nicht so weit“.Sie sind nicht „zu leise“. Sie sind nicht „schwer zu finden“. Die weibliche Community ist da. Sie ist sichtbar. Sie ist laut. Und sie wächst – jeden Tag. Was fehlt, ist nicht das Angebot. Was fehlt, ist die Entscheidung.
Es ist keine Frage der Auswahl – sondern der Haltung
Wenn auf Panels, Konferenzen oder Events fast ausschließlich Männer stehen, dann ist das kein Zufall. Dann ist es das Ergebnis von Routinen, Netzwerken, Bequemlichkeit – und manchmal schlicht fehlendem Willen.
Es liegt in der Verantwortung von Veranstalterinnen, Agenturinhaberinnen und Entscheider*innen, weibliche Präsenz nicht nur „mitzudenken“, sondern aktiv einzufordern.
Nicht als Feigenblatt. Nicht als Quote für die Folie. Sondern als selbstverständlichen Teil einer vielfältigen, relevanten und zukunftsfähigen Bühne.
Repräsentation ist kein Extra. Sie ist überfällig.
Bühnen prägen Meinungen.Bühnen schaffen Vorbilder. Bühnen entscheiden mit darüber, wer als Expert*in gilt – und wer nicht. Wenn wir immer wieder dieselben Stimmen hören, bekommen wir auch immer wieder dieselben Antworten.
Vielfalt ist kein Nice-to-have. Sie ist kein Trend. Und sie ist ganz sicher kein Problem fehlender Frauen. Repräsentation ist kein Extra. Sie ist überfällig.
Und wer heute noch sagt, es gäbe zu wenige Frauen auf der Bühne,der sucht nicht – oder will sie schlicht nicht sehen.




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